Facebook beruft unabhängiges Gremium gegen Hate Speech

Insbesondere beim Thema Hate Speech stand Facebook in der letzten Zeit oftmals in der Kritik. Die einen werfen dem Konzern vor, nicht entschieden genug gegen Hassreden vorzugehen, andere meinen, das Netzwerk lösche zu viele Einträge.

Nun hat Facebook angekündigt, dass man noch in diesem Sommer ein unabhängiges Aufsichtsgremium bestehend aus 40 Wissenschaftlern, Journalisten und Juristen aus der ganzen Welt bilden möchte, um konsequenter gegen Hate Speech vorzugehen.

Ausgehend von User-Feedback zu bestimmten Inhalten soll das Gremium darüber entscheiden, ob Hasskommentare künftig konsequent gelöscht werden sollen, ob sie online bleiben und mit einer Art Warnhinweis versehen werden sollen oder ob man sie kaum noch Usern anzeigt und ihnen damit die Reichweite entzieht.

Die OWM begrüßt diesen Schritt, schließlich fordert sie schon lange, dass Plattformen mit User-generated Content dafür sorgen müssen, dass ihre werblichen Umfelder frei von Fake News und extremistischen, diskriminierenden sowie rechtsverletzenden Inhalten sind.

Facebook hat in der Vergangenheit oft argumentiert, dass die Plattform gar keine Umfelder besäße, sondern dass auf Facebook Menschen posten. Das ändert aber nichts daran, dass es in Facebook-Feeds vielfach Werbeschaltungen vor oder nach entsprechenden Beiträgen gegeben hat.

Die Initiative zielt also in die richtige Richtung. Allerdings bleibt abzuwarten, ob User auch wirklich von ihrer Feedback-Möglichkeit Gebrauch machen, denn erst dann wird von dem Gremium ja überhaupt über den Sachverhalt beraten, und ob mit dem Entzug der Reichweite auch das Risiko für die Werbungtreibenden wirklich sinkt, in räumlicher Nähe zu Hate Speech zu erscheinen.

 

Ihre Ansprechpartnerin: Christine Diener