Invalid Traffic - das Ende von Ad Fraud?

Der BVDW hat Anfang Mai eine neue Ad Fraud- oder vielmehr eine Invalid Traffic-Rate veröffentlicht und sich in einem Whitepaper um Definitionen, ein einheitliches Reporting und Einordnung von Invalid Traffic bemüht. Dabei setzt der BVDW erstmals auf ein Messverfahren, dass Invalid Traffic bewusst von Ad Fraud als Begrifflichkeit trennt.

Der Verband möchte damit deutlich zwischen unbeabsichtigt fehlerhaft ausgelieferten Anzeigen und mit betrügerischer Absicht manipuliertem Traffic unterscheiden und gibt den Wert des Invalid Traffic mit einem Wert von 4,2 Prozent bekannt. Bislang seien die Betrugsraten aufgrund mangelnder Definitionen irreführend gewesen. Invalid Traffic wird nun begrifflich unterschieden in General Invalid Traffic (Traffic von „gutartigen“ Bots, die sich zu erkennen geben) und Sophisticated Invalid Traffic (vorher allgemein als Ad Fraud bezeichnet). Beides zusammen bildet den Invalid Traffic.

Dass der BVDW sich um Vereinheitlichung in der Verwendung von Begriffen und der Etablierung von einheitlichen Messverfahren bemüht, ist begrüßenswert. Gleichzeitig sind ein paar Aspekte aus Sicht der OWM verbesserungswürdig: So wurde bei Erstellung des Reports deutlich, dass die Anbieter die Werte für den Invalid Traffic, wie auch für den Sophisticated Invalid Traffic (SIVT) und den General Invalid Traffic (GIVT) unterschiedlich ermitteln und ausweisen. Das führt zu starken Schwankungen und zu einer Spreizung der Ergebnisse, was die Vergleichbarkeit der Daten erschwerte und den BVDW zwang, einen Mittelwert zu bilden. Auch waren einige Ad Verification-Anbieter nicht in der Lage, zwischen SIVT und GIVT zu unterscheiden, so dass der BVDW nur eine Invalid Traffic Rate veröffentlichte und nicht in die Teilbereiche SIVT und GIVT unterscheiden konnte.

Aus Sicht der OWM sollte der Begriff Ad Fraud daher nicht vollends verschwinden, schließlich gibt es einen Teil „bösartigen, in betrügerischer Absicht kreierten Traffic“, der begrifflich nicht beschönigt werden darf. Mehr dazu im Horizont-Streitgespräch zwischen OWM-Vorstand Arne Kirchem und BVDW-Vertreter Andreas Hamdorf.

Ihre Ansprechpartnerin: Christine Diener